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Hohlwegpflege 16.12.2017

Aktuell:

Pflege des letzten Hohlwegs in Stuttgart-Mühlhausen am Samstag, 16. Dezember 2017, ab 10 Uhr.
Der Hohlweg beginnt beim Bauernhof Sperling, Hofsträßle 40. Link zur Karte

Um Hecken langfristig zu Erhalten, müssen diese ab und zu „auf den Stock gesetzt werden“. Deshalb will die Arge-Nord-Ost e.V. in diesem Winter eine umfangreiche Heckenpflege beim Hohlweg Stuttgart-Mühlhausen durchführen. Dabei werden wir die Feldgehölze auf beiden Seiten des Hohlwegs auf insgesamt 70 Meter Länge auf Stock setzen. Diese Biotop-Pflegemaßnahme ist selbstverständlich mit dem Amt für Umweltschutz abgesprochen und findet im Rahmen des Arbeitskreises Biotopverbund statt.Werkzeuge sind vor Ort, aber wenn Sie eine kräftige Astschere haben, können Sie diese natürlich gerne mitbringen. Für Getränke sorgen wir, und mittags gibt es ein gutes Vesper.

Nutzen für die Artenvielfalt:
Das Ziel der Maßnahme ist es, die Hecken zu verjüngen und mehr Licht in den Hohlweg zu bringen. Dadurch finden zum Beispiel bedrohte Wildbienenarten einen gutenLebensraum. Die Krautschicht unter den Hecken kann sich besser entwickeln und mehr Blütenpflanzen für Insekten ausbilden.

(Bei sehr schlechtem Wetter verschieben wir die Aktion auf´s nächste Jahr. Falls es zweifelhaft ist, ob der Einsatz stattfindet, können Sie gerne am Morgen des 16.12. anrufen: 0176 4055 1121.)

Es fehlen nur noch Sie, liebe Helferinnen und Helfer. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie hinkommen, dann sagen Sie bitte Bescheid, wir können auch die Abholung von der Stadtbahn-Haltestelle in Stuttgart-Mühlhausen oder der Bushaltestelle der Linie 401/54 organisieren.

Wir laden Sie herzlich zur Mithilfe bei der Hohlweg-Pflege ein und würden uns über eine rege Teilnehme sehr freuen.

 

Streuobstwiesenpflege

Die Streuobstwiesen der Arge Nord-Ost und ihre Pflege

Broschüre als pdf-Datei zum Herunterladen

Wir haben in den letzten zehn Jahren sechs Grundstücke erworben, um in dem sehr stark beanspruchten Ballungsraum Stuttgart mit hohem Nutzungsdruck Streuobstwiesen-Biotope anzulegen, zu erhalten und zu entwickeln. Wichtig sind uns dabei ein gutes Verhältnis zur Landwirtschaft sowie auch Synergien für die Naherholung. Unser Ziel ist es, alle drei Nutzungsarten dieser siedlungsnahen Freiflächen – den Naturschutz, die Landwirtschaft und die Naherholung – gemeinsam zu fördern und bestehende Konflikte abzubauen.
Vier unserer Grundstücke sind bewusst Randstücke und liegen an der Nahtstelle unterschiedlicher Nutzungen. Damit lassen sich mit geringen Eingriffen in die landwirtschaftlichen Ackerflächen durch ökologisch hochwertige Obstbaumstreifen lineare Biotopstrukturen schaffen, die gleichzeitig auch den Erlebniswert der Landschaft für die Naherholung steigern.

 

Unsere Streuobstwiesen-Biotope pflegen und entwickeln wir nach naturschutzfachlichen Kriterien. Wir haben Landwirte, Biologen, Vogelkundler und andere Naturschutzfachleute unter unseren Mitgliedern. Zudem werden wir von einer Landschaftsplanerin und Mitarbeitern der Stadt Stuttgart fachlich beraten und arbeiten partnerschaftlich mit der Landwirtschaft zusammen.
Zur schlagkräftigen Pflege unserer Grundstücke stehen uns neben den üblichen Handgeräten auch Balkenmäher, Traktor mit Arbeitsbühne und Hänger zur Verfügung. Dadurch sind eine hohe Qualität und auch die Nachhaltigkeit unserer Arbeit gewährleistet.
Soweit alte Bäume vorhanden sind, versuchen wir sie zu revitalisieren und zu stabilisieren (Schnitt) und möglichst lange zu erhalten. Neue Bäume pflanzen wir mit großem Abstand und nehmen für Streuobstbau empfohlene, robuste und möglichst großwüchsige Sorten.
Wir nutzen alle Produkte der Streuobstwiese. Den bei der Pflege der Wiesen anfallenden Grasschnitt verfüttern wir entweder in der Nähe weidenden Hochlandrindern, geben ihn an Reiterhöfe ab oder speisen ihn als wertvolles Raufutter in die Heuwerbekette uns unterstützender Landwirte ein.
Wir schneiden unsere Bäume nicht auf Ertrag oder leichte Ernte, sondern richten den Baumschnitt daran aus, große und dabei möglichst langlebige und stabile Bäume zu erhalten (Oeschbergschnitt). So schaffen und erhalten wir Lebensräume für bedrohte Tierarten wie den Steinkauz.

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Weiterführende Links zum Thema Streuobstpflege:

Zum Thema naturgemäßer Obstbaumschnitt gibt es eine sehr gute Anleitung des

Deutschen Verbands für Landschaftspflege,

„Pflanzung und Pflege von Streuobstbäumen“,

die sie hier als PDF-Datei herunterladen können.

 

 

 

Warum sind Streuobstwiesen so wichtig?

Auszug aus der Broschüre: „Stuttgarter Streuobstwiesen
Streuobstwiesen können – bei extensiver Bewirtschaftung –bis zu 450 Pflanzenarten und 3000 Tierarten beherbergen. Die Vielfalt reicht dabei vom Veilchen bis zur Orchideeund von der Ameise bis zur Fledermaus. Auf ausreichend großen Flächen sind teilweise sogar noch geschlossene Naturkreisläufe anzutreffen, das heißt, dort besteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Tieren und Pflanzen. Für die lokalen Biotopverbundsysteme (miteinander verbundeneRückzugsgebiete) sind Streuobstwiesen ebenfalls wichtig: Baumreihen verbinden die verschiedenen Lebensräume, einzelne Obstbaumparzellen bilden „Trittsteine” zwischen verschiedenen Biotopen für Vögel und Insekten.
Für viele Höhlenbewohner wie Spechte, Eulen, Fledermäuse und Siebenschläfer bieten die alten Obstbäume eine ideale Behausung. Früher als bei Waldbäumen bilden sich hier nämlich natürliche Höhlen im Holz. Da die älteren Bäume in den Wäldern immer weiter schwinden, sind Streuobstwiesen mit ihren Hochstämmen wichtige Überlebensmöglichkeiten für Spechtarten wie Mittel- und Buntspecht. Seltene Arten wie der Kleinspecht sowie der Wendehals können hier ebenfalls überleben, und für Bodenspechte wie den Grün- und Grauspecht ergeben sich geradezu ideale Lebensräume.
Auf Streuobstwiesen dominieren vor allem Pflanzenarten, die auf mäßig trockenen bis mäßig feuchten Wiesen und Weiden vorkommen. Es wachsen Schlüssel- und Witwenblumen, Veilchen, Margeriten, Wiesensalbei, Kleearten und andere bunt blühende Kräuter und Gräser. Gelegentlich gesellen sich einzelne Orchideenarten hinzu. Die blumen- und kräuterreichen Wiesen bieten einer Vielzahl von Schmetterlingen, Wildbienen und sonstigen Insekten Lebensraum und auch Reptilien und den verschiedensten Säugetieren ein Zuhause.
Dieser Beitrag wurde am 20/01/2017 in Biotoppflege veröffentlicht.