{"id":432,"date":"2018-07-17T21:45:37","date_gmt":"2018-07-17T19:45:37","guid":{"rendered":"http:\/\/landschaftsschutz.org\/?p=432"},"modified":"2018-09-11T20:37:45","modified_gmt":"2018-09-11T18:37:45","slug":"strassenbauplaene-des-verbands-region-stuttgart-beschleunigen-klimaerwaermung-und-artensterben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/landschaftsschutz.org\/?p=432","title":{"rendered":"Stra\u00dfenbaupl\u00e4ne des Verbands Region Stuttgart beschleunigen Klimaerw\u00e4rmung und Artensterben"},"content":{"rendered":"<h1>Pressemitteilung zum neuen Regionalverkehrsplan<\/h1>\n<p><a href=\"http:\/\/landschaftsschutz.org\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180717-PM-zum-neuen-RVP.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung zum Herunterladen<\/a><\/p>\n<p>Am 18.7.2018 wird die Regionalversammlung aller Voraussicht nach mehrheitlich dem neuen Regionalverkehrsplan (RVP) zustimmen. Auch wenn die Planer des VRS nicht m\u00fcde werden zu verk\u00fcnden, dass damit die Wende hin zu einer nachhaltigen Verkehrspolitik in der Region Stuttgart eingeleitet w\u00fcrde (\u201eGew\u00e4hrleistung einer zukunftsf\u00e4higen Mobilit\u00e4t\u201c), ist faktisch das Gegenteil der Fall.<\/p>\n<p><strong>Weiter so statt zukunftssicherer Mobilit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Der Verband Region Stuttgart (VRS) l\u00f6st mit dem vorgelegten Entwurf die Verkehrs-probleme der Region nicht, sondern schreibt sie fort und versch\u00e4rft sie. Statt eine sp\u00fcrbare Verkehrswende weg vom motorisiertem Individualverkehr (MIV) hin zum Umweltverbund (Fu\u00dfgehen, Fahrrad, \u00d6ffentlicher Verkehr) einzuleiten, sollen nach den Vorstellungen des VRS Stra\u00dfenbauten mit einem Investitionsvolumen von mehreren Milliarden Euro geplant und m\u00f6glichst zeitnah finanziert und umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Heute schon hat die Region Stuttgart eines der dichtesten Stra\u00dfennetze weltweit. Und wie in allen vergleichbaren Ballungsr\u00e4umen gibt es auch in der Region Stuttgart Staus auf den Stra\u00dfen, besonders in den Hauptverkehrszeiten. Was allerdings weni-ger an fehlenden Stra\u00dfenverbindungen liegt, sondern vielmehr an der Tatsache, dass in fast jedem der f\u00fcr vier bis f\u00fcnf Personen konstruierten Pkw nur eine Person sitzt. Trotzdem sollen nach dem Willen des VRS hunderte Stra\u00dfenkilometer in der Region neu- und ausgebaut werden.<\/p>\n<p><strong>Der Nordostring schafft viele zus\u00e4tzliche Umwelt-Probleme<\/strong><\/p>\n<p>Ein Paradebeispiel f\u00fcr die verfehlte Verkehrsplanung des RVP stellt der Nordostring Stuttgart dar. Diese neue Autobahn, die im Norden die Umweltzone Stuttgart durch-fahren soll, ist eine Stra\u00dfenplanung, bei deren Verwirklichung mit sehr starken Um-weltsch\u00e4den gerechnet werden muss. Wertvolle Ackerfl\u00e4chen w\u00fcrden zerst\u00f6rt, die Bewirtschaftung der verbleibenden Fl\u00e4chen durch die Landwirtschaft erschwert. Unersetzbare Naherholungsfl\u00e4chen f\u00fcr \u00fcber hunderttausend Einwohner der Region w\u00fcrden stark verl\u00e4rmt und mit Abgasen belastet.<br \/>Der vom Nordostring betroffene Bereich ist zudem einer der letzten Lebensr\u00e4ume\/R\u00fcckzugsr\u00e4ume einiger mittlerweile akut vom Aussterben bedrohter Tierarten wie dem Rebhuhn. Die geplante Zerschneidung durch den Nordostring w\u00fcrde sich sehr nachteilig auf diese Arten auswirken und das Artensterben beschleunigen.<\/p>\n<p><strong>Der Nordostring w\u00fcrde das Klima massiv sch\u00e4digen<\/strong><\/p>\n<p>Gleichzeitig ist der 4-streifige Nordostring die Stra\u00dfenplanung von allen im RVP enthaltenen Planungen, die mit Abstand am meisten neuen Stra\u00dfenverkehr erzeugen w\u00fcrde. Der 4-streifige Nordostring w\u00fcrde dadurch selbst nach den Aussagen des VRS jeden Tag zus\u00e4tzlich 18 Tonnen des klimasch\u00e4dlichen Treibhausgases CO2 er-zeugen. Trotzdem fordert der RVP den Nordostring mit h\u00f6chster Dringlichkeit.<br \/>Und trotz gleichzeitiger, teurer F\u00f6rderung des \u00d6ffentlichen Verkehrs steigt so die Fahrleistung im motorisierten Individualverkehr sogar weiter an. So lassen sich die zum Schutz des Klimas notwendigen CO2 -Minderungen im Verkehr nicht erreichen.<\/p>\n<p><strong>Die Planer des VRS haben die Dynamik des Klimawandels nicht verstanden<\/strong><\/p>\n<p>Die ARGE Nord-Ost hat, zusammen mit vielen anderen, bereits vor \u00fcber einem Jahr in ihrer Stellungnahme zum Entwurf des RVP auf die sch\u00e4dliche Wirkung dieses Fachplans auf das Klima hingewiesen. Hierzu hat der VRS nun geantwortet:<\/p>\n<p><em>Hinsichtlich des Problemfeldes Klimaerw\u00e4rmung ist anzumerken, dass mit Hilfe der Ma\u00dfnahmen des Szenarios G im Zeitraum 2010 \u2013 2025 ein R\u00fcckgang der CO2 -Emissionen um ca. 18 %, a\u201eHilso etwa 1,2 % \/ a, erreicht werden kann. Diese j\u00e4hrliche Reduktion liegt \u00fcber dem Wert, der f\u00fcr die Einhaltung des Reduktionszieles des Bun-des im Verkehrssektor von &#8211; 40 % zwischen 1990 und 2030 notwendig w\u00e4re (ca. 1,0 % \/ a). Die Vorgaben des Bundes zum Klimaschutz werden mit den zentralen Ma\u00dfnahmen des Regionalverkehrsplanes somit eingehalten.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Fakt ist jedoch, dass die CO2 Emissionen des Verkehrs von 1990 bis heute \u2013 2018 \u2013 nicht ab, sondern sogar noch zugenommen haben. Selbst wenn sie gleichgeblieben w\u00e4ren, h\u00e4tten wir heute nur noch 12 Jahre, um das f\u00fcr 2030 von der Bundesregie-rung vorgegebene Reduktionsziel von \u2013 40 % zu erreichen. Zudem tragen die in den letzten Jahren zuviel erzeugten Treibhausgase bereits zur Erderw\u00e4rmung bei. Je Jahr m\u00fcssen daher im Verkehr zuk\u00fcnftig deutlich mehr als 3% CO2 eingespart wer-den, 1 % CO2 je Jahr sind viel zu wenig und f\u00fchren direkt in die Klimakatastrophe. Die starken Regenf\u00e4lle mit den dadurch verursachten \u00dcberschwemmungen der letz-ten Zeit sollten uns eine Warnung sein.<\/p>\n<p>Hinzukommt, dass in dem vom VRS angestrebten Szenario G viele Ma\u00dfnahmen, die angeblich CO2 einsparen, sehr vage sind. Gleichzeitig ist der in hohem Ma\u00dfe zus\u00e4tzlich CO2 erzeugende 4-streifige Nordostring nicht enthalten, obwohl er im RVP mit h\u00f6chster Dringlichkeit gefordert wird.<br \/>Doch mit Rechentricks l\u00e4sst sich das Klima nicht sch\u00fctzen. Hierzu sind tats\u00e4chlich drastische Senkungen des CO2 Aussto\u00dfes notwendig. Der neue Regionalverkehrsplan leistet dies nicht und ist daher kein Beitrag zum Klimaschutz.<\/p>\n<p><strong>Die ARGE Nord-Ost fordert daher einen Regionalverkehrsplan, der wirksam zum Klimaschutz beitr\u00e4gt und die vom Verkehr stammenden Treibhausgase bis 2030 halbiert. Verkehrserzeugende Stra\u00dfenneubauten wie der Nordostring oder die Filderauffahrt haben in einem solchen Plan keinen Platz mehr. Sie belasten die Menschen und zerst\u00f6ren die Umwelt, ohne die Verkehrsprobleme der Re-gion Stuttgart l\u00f6sen zu k\u00f6nnen. Diese k\u00f6nnen nur gel\u00f6st werden, wenn sp\u00fcr-bare Anteile der Verkehrsleistung vom Auto auf \u00f6ffentliche Verkehrsmittel, aber auch auf Rad- und Fu\u00dfverkehre verlagert werden.<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr R\u00fcckfragen: Joseph Michl, Vorsitzender, Email: michl@arge-nord-ost.de<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/landschaftsschutz.org\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180717-PM-zum-neuen-RVP.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung zum Herunterladen<\/a><\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pressemitteilung zum neuen Regionalverkehrsplan Pressemitteilung zum Herunterladen Am 18.7.2018 wird die Regionalversammlung aller Voraussicht nach mehrheitlich dem neuen Regionalverkehrsplan (RVP) zustimmen. 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